Abitur 1973

Abitur 73-Erstes Treffen

Am 21. Juni 2003 feierte die ehemalige Klasse OIb ihr 30-jähriges Abitur. Klaus Weingärtner hatte das Treffen vorbereitet und organisiert. Bei herrlichem Sommerwetter trafen sie sich am Nachmittag im Innenhof ihrer alten Schule zu einem Gläschen Sekt. Klaus Weingärtner zeigte sich bei seiner Begrüßungsansprache vor allem erfreut darüber, dass auch etliche ehemalige Lehrer gekommen waren: Inge Jacobs, Werner Dinger, Wolfgang Barth, Erich Honickel, Jürgen Wydukel, Ortwin Bär und Schulleiter Ludwig Hillenbrand. 

 

In angeregten Gesprächen wurden alte Erinnerungen an die Schulzeit aufgefrischt, wobei es für die Lehrer interessant war zu beobachten, wie oft unbedeutende Kleinigkeiten, Bemerkungen und Randepisoden in Gedächtnissen haften geblieben sind. Auch die verschiedenen Räumlichkeiten beim Schulrundgang lösten vergessen geglaubte Erinnerungen aus. Schule scheint Kinder und Jugendliche mehr zu prägen, als Lehrer sich dies oft vorstellen können. 

 

Die von Schulleiter Hillenbrand zusammengestellte Powerpoint-Präsentation aus alten Schulfotos fand reges Interesse. Leider waren damals nicht alle Abiturienten der Aufforderung des damaligen Schulleiters Dr. Wilhelm Hodapp, Passbilder fürs Archiv abzugeben, gefolgt, so dass nur wenige Abiturienten des Jahrgangs fotografisch archiviert sind. 

 

In Gardy Krampferts (heute Gardy Ruder) Garten in Schmieheim klang der vergnügliche Nachmittag aus, bevor man sich dann im „Grünen Baum“ in Burgheim zum Abendessen wieder traf. Man versprach im September zum Treffen des ganzen Jahrgangs wieder dabei zu sein.

 

Die Schule bedankt sich für die großzügige Spende an den "Verein der Freunde des MPG".

 

Abitur 1973 – Zweiter Treff

  Die gelungene Juni-Begegnung der Klasse OIb hatte die beiden anderen Klassen des Jahrgangs nicht ruhen lassen, und so haben Brigitte Vetter-Dittus, die „Lehmann-Sisters“, Klaus Weingärtner und Roland Schmitt zu einem Gesamtjahrgangstreffen am 20. September  ins MAX eingeladen. Und siehe da: Viele, viele kamen, auch früher Ausgestiegene. Und etliche aus der b-Klasse erschienen zum zweiten Mal innerhalb eines Vierteljahres an ihrer alten Schule.

  Da sich „mittlerweile alle um ein Alter von fünfzig Jahren herum bewegen“, wie es Roland in seiner Einladung formuliert hatte, würden sie sich selbst ein gewisses Maß an Sentimentalität zugestehen und sich gerne mit ihren früheren Lehrern wieder mal treffen wollen. Eine lange Namens- und Adressenliste des gesamten Jahrgangs machte auch die Lehrer schon im Vorfeld neugierig auf die zu erwartenden Begegnungen. Von der damaligen Lehrerschaft waren diesmal Heide Bär, Volker Bauer, Ludwig Hillenbrand und als älteste Seniorin (90 Jahre) die unverwüstliche Biologie- und Sportlehrerin Inge Jacobs erschienen.

 

Und wieder war es ein wunderbar sonniger Samstagnachmittag, wieder gab´s im Innenhof des MPG Sekt, Bier, Säfte, Brezeln und vor allem lebhafte, nostalgische, heitere, kritische Weißt-Du-Noch-Gespräche, interessante Standortbestimmungen und Zwischenbilanzen. Vor allem die geistreiche Begrüßungs- und Einführungsrede von Brigitte Vetter-Dittus stimmte auf das Besondere eines solchen Jahrgangstreffens ein. Humorvoll und nachdenklich zugleich wurden die verschiedenen Lebenssituationen und menschlichen Bezüge der ehemaligen MPG-Schüler/innen skizziert. Die „drohende“ Fünfziger-Schwelle als Zenit oder Mitte des Lebens wurde kritisch-verschmitzt, aber auch wehmütig und ernsthaft reflektiert. Und bei allem immer wieder das Bewusstsein, dass alles, was sich in den vergangenen 30 Jahren in den unterschiedlichsten beruflichen Karrieren, Lebensläufen und Lebensschicksalen entwickelt hat, irgendwie auch mit Schule zu tun hatte und durch Schule mit beeinflusst war.

 

In zahlreichen Gesprächen spielten die damalige politisch-gesellschaftliche Situation und die Nachbeben der 68-er-Bewegung eine nicht unbedeutende Rolle. Als politisch hellwache, kritisch-aufbegehrende Schülergeneration hatte man radikale Forderungen an Schule und Gesellschaft, so dass im Unterricht nicht selten die politischen und ideologischen Fetzen flogen. Schüler und Lehrer hatten es damals nicht leicht miteinander und manch einer gestand, dass er deshalb nicht habe Lehrer werden wollen, weil er nicht solche Schüler, wie sie es gewesen seien, habe unterrichten wollen. Aber gerade im Widerstand gegen die Schule und gegen das „Establishment“ jener Zeit habe man seine eigene Identität entwickeln können.

 

Aber auch so romantisch-nostalgische Wehmutsgefühle um das Verschwinden des „Süßen Löchles“ in der Friedrichstraße beförderten alte Erinnerungen zu Tage. „Das Süße Löchle“ war für diese Schülergeneration Geheimtreff mit Kultcharakter, und es diente nicht selten als Fluchtstätte aus Angst vor unvorbereiteten oder ungeliebten Schulstunden.

 

Da der bisherige Schulleiter Ludwig Hillenbrand eigens für dieses Jahrgangstreffen noch einmal die volle „Schlüsselgewalt“ über das MAX erhalten hatte, führte er die Ehemaligen durchs Haus, und das Hineinschnuppern vor allem in die naturwissenschaftlichen Fachräume und in die Sport-Umkleide lösten bei vielen längst vergessen geglaubte sensorische Erinnerungen aus. In einem der neu ausgestalteten PC-Räume konnten sich die Ehemaligen ein Bild machen vom modernen medientechnischen Stand des MPG. Vor allem die Powerpoint-Präsentation mit Portraitfotos des damaligen Abiturjahrgangs fand wieder lebhaftes Interesse. Er bot allen, die 1973 kein Bild von sich abgegeben hatten, die Möglichkeit an ein Foto nachzureichen, damit es nachträglich noch in die „Show“ eingearbeitet werden könne.