Abitur 1966

Nostalgische Zeitreise zum MPG

  (lh) Auf eine wahrhaft nostalgische Zeitreise haben sich am 14. Oktober die MPG-Abiturienten des Jahrganges 1966 anlässlich ihres 40-jährigen Abiturs begeben. Nachmittags trafen sie sich zur Einstimmung in ihrem damaligen Kultcafé „Zum süßen Löchle“, wo sich auch ihre früheren Lehrer Wolfgang Barth und Inge Jacobs für ein Plauderstündchen hinzugesellten.

  Und danach ging´s zur Schulbesichtigung ins MAX, um sich dort an ihrer alten „Wirkungsstätte“ umzusehen und Erinnerungen wach werden zu lassen. Etliche hatten ihre Schule seit 40 Jahren nicht mehr gesehen, so dass sie der von Joachim Becker arrangierten Schulführung mit besonderem Interesse entgegensahen. Im Jahre 1957 waren sie die ersten Sextaner gewesen, die das neue Schulgebäude in Besitz genommen hatten. Und es war noch recht lebhaft in ihrer Erinnerung, wie sämtliche  MPG-Schüler; die damals auf mehrere Lahrer Schulen verteilt gewesen waren, in fröhlichem Sternmarsch durch die Straßen der Innenstadt zur neuen Schule gezogen waren. Und sie hatten auch das Glück erleben dürfen, das sich fast jeder zünftige Schüler einmal herbeisehnt: dass er morgens zur Schule geht und sieht, wie die Schule brennt. Der Brand der MPG-Aula im November 1964 hatte dann aber auch für ihr Abitur Konsequenzen: Sie konnten ihr schriftliches Abitur nicht in der ausgebrannten Aula schreiben, sondern wurden in die Turnhalle verfrachtet.

  Im MAX dann allgemeines Erstaunen über das, was sich hier alles getan und verändert hat in den vergangenen 40 Jahren und gerade auch in allerjüngster Zeit. Wo des Hausmeisters Brezelstand gewesen war, konnte von allen sofort lokalisiert werden; auch dass im Foyer die lange Reihe der Garderobenständer gefälligen Arbeitsnischen für Schüler gewichen waren. Alt-Schulleiter Ludwig Hillenbrand hatte eigens für diesen Schulbesuch der Ehemaligen nochmals den Generalschlüssel für eine Schulführung ausgehändigt bekommen. Als junger Referendar hatte er diesen Jahrgang sogar noch beruflich erlebt, und er führte die Ehemaligen zu jenen Bereichen des Gebäudes, an denen sich am meisten verändert hat.

  Dass zu jenen alten Zeiten dort, wo heute die Schulküche untergebracht ist, Toiletten gewesen waren, wussten noch einige wenige. Und dann ein großes, bewunderndes Ah und Oh in der eben erst eingerichteten Cafeteria! Die damaligen Radfahrer erinnerten sich, dass hier in diesem Bereich vor über 40 Jahren unter den damals noch offenen Arkaden der Abstellplatz für ihre Fahrräder gewesen war.

  Den modernen Multimedia-Bereich stellte dann der zuständige Medienexperte Studiendirektor Michael Hog vor. Er demonstrierte im Computerraum anhand einiger Beispiele Möglichkeiten heutiger Unterrichtsgestaltung in verschiedenen Fächern. Und das vor dem Besichtigungsgang aufgenommene Gruppenfoto stellte er sofort ins Netz und konnte es den erstaunten Besuchern schon auf der schulischen Homepage online präsentieren. Vor allem das neuste Schmuckstück des MPG, der naturwissenschaftliche Praktikumsraum mit seinem „interaktiven Board“, stieß bei den Ehemaligen auf lebhaftes Interesse und regte zu schmunzelnden Vergleichen an mit dem naturwissenschaftlichen Unterricht vor einem halben Jahrhundert.

 

  Ein heiteres Schmankerl lieferte dann noch Ludwig Hillenbrand mit einer kleinen Bildershow aus dem Jahre 1966: Jeder Abiturient hatte damals sein Passfoto bei der Direktion abgeben müssen. Aus den alten Alben hatte er die Fotos herausgescannt und im Computerraum auf großer Leinwand projiiziert. Optische Wiederbegegnungen mit sich selbst und mit den ach noch so jugendlichen Klassenkameraden -  und philosophisches Sinnieren über das Vergehen der Zeit...!

  Den Abend verbrachte man in fröhlicher Runde im „Löwen“. Beim 50-jährigen Hausjubiläum im Juli 2007 werde man bestimmt wieder ans Max-Planck-Gymnasium zurückkommen, so der Tenor unter den früheren Maxlern!