Ehemalige des MPG


1977


Es geschah im Mai 1977. Ein denkwürdiger ABI-Jahrgang schickte sich an, sich unsterblich zu machen. Sollte tatsächlich ein Abifez gelingen, welcher diesem Anspruch genügte?

 

Einschlägig bekannte Protagonisten machten sich ans Werk. Am Tag nach dem Abi die Schule möglichst lange an geordnetem Unterricht zu hindern, das war erklärtes Ziel. Wie immer in solchen Fällen war nicht geistige, sondern praktische Potenz gefragt. Besondere Erschwernis bot der Hausmeister Emil Bierlein, dessen Sinnen und Trachten darauf ausgerichtet war, jedweden Unfug zu verhindern. Also: kein nächtlicher Zugang ins Schulgebäude! Es gelang dennoch! Am Tage eingedrungen, verdeckt im obersten Stockwerk ein Fenster geöffnet, spät nachts dann „angeleitert“ und eingestiegen. Das Dachdeckerhandwerk hatte gesiegt. Nun sollte das Schreinerhandwerk folgen.

Alle Klassenzimmertüren im Südflügel waren kurz zuvor erneuert worden, jedoch noch ohne Schloss. Mit Hilfe eines mitgebrachten Schließzylinders verschlossen wir dann in zweistündiger nächtlicher Arbeit alle Türen: Zylinder eingesteckt, Beschläge gerichtet, zweimal verschlossen, und Zylinder wieder herausgezogen. Die Türen sahen aus wie zuvor, ohne Schließzylinder, allerdings waren sie verschlossen!

 

Der Morgen danach:

 

Keine Verbarrikadierungen der bekannten Art, keine Mauern, keine Vorhängeschlösser, nichts. Der Schulleiter, die Lehrerschaft, sie triumphieren innerlich! Wie lange noch?

Die ersten Schüler, Fünftklässler natürlich, eilen ins Sekretariat: „Unser Klassenzimmer ist abgeschlossen!“ Rätselraten allenthalben! „So ein Unsinn, die Türen haben ja noch gar keine Schlösser“, stellt StD Wurst energisch fest, „sofort in euer Zimmer!“ Doch schon eilen weitere Schülerhorden herbei. Das Chaos nimmt seinen Lauf. Erste Lehrer versuchen mittels diverser Schlüssel imaginäre Schlösser zu öffnen. Selbst die Mathematiker verzweifeln! Hilflosigkeit allenthalben! Da schaut der Schulleiter Dr. Hodapp zunächst zornig, dann friedfertig aus dem Fenster des 2. Stock heraus und fragt in seiner einmaligen Art aus forschem Blick und liebenswertem Ausdruck die versammelte Abiturientenschar nach dem Besitzer des Schlüssels. (Ich weiß bis heute nicht, ob der damalige Eindruck, dass er bei dieser Frage mich energisch fixierte, stimmt. Bis auf zwei wusste ja niemand davon, weswegen unser Schulterzucken zu Recht aus voller Überzeugung kam!)

 

Eine Stunde Chaos ist bereits geschafft!  Erneut sind Handwerker gefragt, ein Schlosser wird konsultiert. Von ihm die erlösende Antwort, ein Schließzylinder werde benötigt. Soweit, so gut, nur wer hat das nötige handwerkliche Geschick?

 

Hartmut Bettermann geht ans Werk. Nach anfänglichen Schwierigkeiten gelingt es ihm, innerhalb der nächsten Stunden die Türen zu öffnen. Für einen Mathelehrer bemerkenswert!

 

Es ist 10.10 Uhr, große Pause, und bisher war kein Unterricht. Der Coup ist geglückt, und nichts ging kaputt. So ist es eben, wenn Handwerker den Geistwerkern überlegen sind.

Rudolf Dörfler, Werner Burger

 

 

1977: Albert Anita, Bächle Bärbel, Barho Sabine, Barth Irene, Bäuml Marlies, Bettinger Christa, Bickel Margot, Biedehorn Heiko, Bolanz Peter, Briem Andrea, Burger Werner, Caroli Heide, Dach Andreas, Dinger  Maria, Dörfler Rudi, Eberbach Gerhard, Eggert Marion, Fähndrich Thomas, Fischer Karin, Fischer Ulrike, Fischer Marianne, Fuchs Andreas, Gänshirt Johanna, Gläser Monika, Gläser Winfried, Göhringer Hans-Ulrich, Goriwoda Timo, Hoeck Thomas, Jechle Thomas, Kather Jutta, Klasterer Ulrike, Lauer Ingrid, Leppert Rainer, Ludwig Markus, Lukas Sybille, Maier Gerhard, Meier Claudia, Miles Annette, Müller Jürgen, Nägele Matthias, Queck Martin, Queck Karin, Rockenbach Helmut, Rothmann Harry, Rottler Karin Anna, Rüdiger Ellen, Schalk Jochen, Schilling Brigitte, Schlenk Barbara, Schmidlin Petra, Schneider Gerold, Schöffel Irina, Schuler Rainer, Schuller Werner, Seitz Bernhard, Siebert Michael, Sonnenstuhl Iris, Strupat Manfred, Trosowski Bettina, Vieser Helmut, Wacker Wolfgang, Wagner Thomas, Winter Barbara, Zelzer Wolfgang, Zipf Matthias, Ziser Jutta

 

 


Hätten Sie unseren VdF Vorsitzenden erkannt?